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Grenzwertgeber: Kleine Sicherheitseinrichtung mit großer Aufgabe

Beim Befüllen eines Kraftstoff- oder Heizöltanks muss zuverlässig verhindert werden, dass der Behälter überfüllt wird. Eine zentrale Rolle übernimmt dabei der Grenzwertgeber, kurz GWG. Er erkennt, wenn der maximal vorgesehene Füllstand erreicht wird, und sorgt im Zusammenspiel mit der Abfüllsicherung des Tankfahrzeugs dafür, dass der Befüllvorgang rechtzeitig beendet wird.

Doch wie funktioniert ein Grenzwertgeber eigentlich? Und warum ist die richtige Einstellung genauso wichtig wie seine reine Funktionsfähigkeit?

Was ist ein Grenzwertgeber?

Der Grenzwertgeber ist eine Sicherheitseinrichtung zur Vermeidung einer Überfüllung. Er wird so in den Tank eingebaut und eingestellt, dass er reagiert, bevor der zulässige Füllungsgrad des Behälters überschritten wird.

Wichtig dabei: Der Grenzwertgeber ist keine gewöhnliche Füllstandsanzeige. Er soll dem Betreiber also nicht kontinuierlich anzeigen, ob der Tank beispielsweise zu 40, 70 oder 90 Prozent gefüllt ist.

Seine Aufgabe besteht darin, einen definierten Grenzzustand zu erkennen.

Das Deutsche Institut für Bautechnik (DIBt) beschreibt Grenzwertgeber als Sicherheitseinrichtungen, die im Zusammenwirken mit den Abfüllsicherungen von Tankfahrzeugen den Füllvorgang rechtzeitig vor Erreichen des zulässigen Füllungsgrades unterbrechen.

Wie funktioniert das System?

Beim Befüllen wird der Grenzwertgeber über seine Anschlussarmatur mit der Abfüllsicherung des Tankfahrzeugs verbunden.

Solange der zulässige Füllstand noch nicht erreicht ist, kann die Befüllung erfolgen. Steigt der Flüssigkeitsspiegel im Tank bis zur festgelegten Ansprechhöhe des Grenzwertgebers, erkennt das System diesen Zustand.

Daraufhin erhält die Abfüllsicherung des Tankfahrzeugs das entsprechende Signal und unterbricht die weitere Befüllung.

Entscheidend ist also das Zusammenspiel mehrerer Komponenten:

Tank → Grenzwertgeber → elektrische Verbindung → Abfüllsicherung des Tankfahrzeugs → Unterbrechung des Befüllvorgangs

Der Grenzwertgeber allein schließt normalerweise keine Kraftstoffleitung. Er liefert vielmehr das sicherheitsrelevante Signal, auf das die Abfüllsicherung des Tankfahrzeugs reagiert.

Warum wird der Tank nicht einfach bis 100 Prozent gefüllt?

Ein Tank darf beim Befüllen nicht beliebig bis zum geometrisch maximalen Volumen gefüllt werden. Zwischen dem maximal zulässigen Füllstand und dem tatsächlichen Behältervolumen muss ein entsprechender Sicherheitsbereich berücksichtigt werden.

Die konkrete Ansprechhöhe des Grenzwertgebers ergibt sich aus dem jeweiligen Behälter, seiner Bauart, seinem Volumen sowie den zugehörigen technischen Vorgaben und Zulassungsunterlagen.

Deshalb darf ein Grenzwertgeber nicht einfach nach Augenmaß in den Tank eingebaut werden.

Die richtige Einbauhöhe ist entscheidend

Ein funktionierender Grenzwertgeber kann seine Aufgabe nur erfüllen, wenn er auch korrekt eingestellt wurde.

Sitzt der Sensor zu hoch, kann der Tank einen zu hohen Füllungsgrad erreichen, bevor die Abschaltung ausgelöst wird. Sitzt er unnötig tief, wird die Befüllung entsprechend früher beendet und das nutzbare Tankvolumen nicht ausgeschöpft.

Die vorgeschriebene Einbau- beziehungsweise Ansprechhöhe muss deshalb anhand der für den jeweiligen Tank geltenden Unterlagen bestimmt werden.

Gerade bei älteren Tankanlagen sollte deshalb nicht nur geprüft werden, ob ein Grenzwertgeber vorhanden ist, sondern auch, ob Typ, Einbausituation und Einstellung tatsächlich zum Behälter passen.

Grenzwertgeber ist nicht gleich Füllstandsmessung

In der Praxis werden Grenzwertgeber und Füllstandsmessgeräte gelegentlich miteinander verwechselt. Technisch erfüllen sie jedoch unterschiedliche Aufgaben.

Eine Füllstandsmessung dient in erster Linie der Information und Betriebsführung. Sie kann beispielsweise den aktuellen Tankinhalt in Litern, Prozent oder als Füllhöhe darstellen und die Daten an eine Tanksteuerung oder ein digitales System übertragen.

Der Grenzwertgeber hat dagegen eine Sicherheitsfunktion. Er überwacht einen festgelegten Grenzzustand und ist Bestandteil des Systems zur Vermeidung einer Überfüllung.

Eine vorhandene elektronische Füllstandsanzeige ersetzt deshalb nicht automatisch die vorgeschriebene Überfüllsicherung.

Was sagt die AwSV?

Die Anforderungen an das Befüllen von Anlagen mit wassergefährdenden Flüssigkeiten sind unter anderem in § 23 der Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen – kurz AwSV – geregelt.

Danach dürfen entsprechende Behälter grundsätzlich nur unter Verwendung einer Überfüllsicherung befüllt werden, soweit keine der dort geregelten Ausnahmen beziehungsweise gleichwertigen Sicherungsmaßnahmen greifen.

Für Behälter zur Lagerung unter anderem von Diesel- und Ottokraftstoffen schreibt die AwSV bei der Befüllung aus Straßentankwagen, Aufsetztanks und ortsbeweglichen Tanks zusätzlich die Verwendung einer selbsttätig schließenden Abfüllsicherung vor.

Außerdem muss der Befüllvorgang überwacht werden. Vor Beginn ist zu kontrollieren, ob sich die erforderlichen Sicherheitseinrichtungen in einem ordnungsgemäßen Zustand befinden.

Das macht deutlich: Auch eine automatische Sicherheitseinrichtung entbindet die beteiligten Personen nicht von ihren Pflichten beim Befüllen.

Nicht jeder Grenzwertgeber arbeitet nach demselben Prinzip

Überfüllsicherungen können grundsätzlich mit unterschiedlichen Messprinzipien arbeiten. Das DIBt nennt beispielsweise mechanische, photoelektrische, Ultraschall- und Radarsysteme.

Welche Technik eingesetzt werden kann, hängt von der jeweiligen Anlage, dem Medium und dem zugelassenen System ab.

Entscheidend ist deshalb nicht allein das technische Messprinzip, sondern dass die eingesetzte Sicherheitseinrichtung für den vorgesehenen Anwendungsfall geeignet ist und entsprechend den zugehörigen Vorgaben eingebaut und betrieben wird.

Was sollte der Betreiber beachten?

Ein Grenzwertgeber ist ein vergleichsweise kleines Bauteil – seine Bedeutung für die Sicherheit der gesamten Tankanlage ist jedoch erheblich.

Betreiber sollten deshalb insbesondere darauf achten, dass der Grenzwertgeber zur vorhandenen Tankanlage passt, ordnungsgemäß eingebaut und eingestellt wurde und sich Anschlussarmatur und elektrische Verbindung in einwandfreiem Zustand befinden.

Änderungen am Tank, der Austausch eines Grenzwertgebers oder eine Veränderung seiner Einbauposition sollten nicht ohne Prüfung der technischen Unterlagen vorgenommen werden.

Auch sichtbare Beschädigungen, Korrosion, lose Anschlüsse oder Manipulationen an der Sicherheitseinrichtung sollten ernst genommen werden.

Fazit

Der Grenzwertgeber ist ein gutes Beispiel dafür, wie unscheinbar sicherheitsrelevante Tanktechnik sein kann.

Seine Aufgabe ist eindeutig: Er muss rechtzeitig erkennen, wenn beim Befüllen der festgelegte maximale Füllstand erreicht wird. Im Zusammenspiel mit der Abfüllsicherung sorgt er dafür, dass die weitere Befüllung unterbrochen wird, bevor es zu einer Überfüllung kommt.

Damit das zuverlässig funktioniert, reicht es allerdings nicht, dass irgendwo im Tank ein Grenzwertgeber montiert ist. Entscheidend sind die richtige Auswahl, die korrekte Einbau- und Ansprechhöhe, der ordnungsgemäße Anschluss und die Funktionsfähigkeit des gesamten Sicherheitssystems.

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